Fellhorn/Kanzelwand, Ifen, Walmendingerhorn und Heuberg: vier eigenständige Skigebiete in einem Tal – welches wie groß ist, für wen es taugt und wo man einsteigt.
Das Kleinwalsertal ist rund 15 Kilometer lang und hat vier eigenständige Skigebiete – ein Verhältnis, das kaum ein anderes Alpental bietet. Dazu kommt die Besonderheit, dass das Tal österreichisch, aber nur über Oberstdorf erreichbar ist: Man fährt in Deutschland los und steht in Vorarlberg auf der Piste.
Die vier Gebiete sind nicht Varianten desselben, sondern unterscheiden sich deutlich in Größe, Charakter und Zielgruppe.
Die vier Skigebiete im Vergleich
| Skigebiet | Talstation | Pisten | Passt für | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Fellhorn/Kanzelwand | Riezlern | 36 km | Alle Könnensstufen | Zwei-Länder-Gebiet, Snowpark |
| Ifen | Hirschegg | ca. 25 km | Fortgeschrittene, Ruhesuchende | Breite, sonnige Pisten |
| Walmendingerhorn | Mittelberg | ca. 15 km | Anspruchsvollere Abfahrten | Bergstation knapp 2.000 m |
| Heuberg | Hirschegg | klein | Anfänger, Kinder | Übersichtlich, wenig Gedränge |
Zusammen ergibt das rund 76 Pistenkilometer. Praktisch für die Planung: Jedes Gebiet hat seine eigene Talstation, verteilt über die drei Orte Riezlern, Hirschegg und Mittelberg – man wohnt also nie weit von einem Einstieg entfernt.
Fellhorn/Kanzelwand – das große Zwei-Länder-Gebiet
Das größte zusammenhängende Skigebiet der Region verbindet Oberstdorf mit dem Kleinwalsertal. Am Berg verläuft die Grenze zwischen Deutschland und Österreich, was jede Abfahrt automatisch grenzüberschreitend machen kann – für viele Gäste der eigentliche Reiz. Mit 36 Pistenkilometern und modernen Liftanlagen ist es das Herzstück der Region.
Von der österreichischen Seite bringt die Kanzelwandbahn in Riezlern Wintersportler direkt ins Gebiet. Für Freeskier und Snowboarder liegt hier der Crystal Ground Snowpark.
Ifen – der Favorit der Einheimischen
Das Skigebiet am Hohen Ifen liegt am Rand des Gottesackerplateaus und hat dadurch eine Kulisse, die es im Tal kein zweites Mal gibt. Breite, sonnige Pisten und ein vergleichsweise ruhiges Ambiente machen den Ifen zum Favoriten vieler Einheimischer – vor allem an Tagen, an denen es am Fellhorn voll wird.
Zwei 10er-Kabinenbahnen – Ifen I und Ifen II – erschließen von Hirschegg aus rund 25 Pistenkilometer. Zur Einkehr gibt es im Gebiet das Restaurant Tafel & Zunder. Im Spätwinter fährt die Olympiabahn an ausgewählten Terminen im Early-Bird-Betrieb früher als sonst.
Heuberg – das Familiengebiet
Der Heuberg in Hirschegg ist das kleinste der vier und macht daraus kein Geheimnis: Der Schwerpunkt liegt auf einfachen, familienfreundlichen Abfahrten und einem entspannten Skitag. Für Kinder, die noch am Anfang stehen, ist das übersichtliche Gebiet die deutlich bessere Wahl als ein großes Areal mit langen Wegen.
Im Sommer wechselt die Heubergbahn die Rolle und wird Startpunkt für Wanderungen und Bike-Touren – der Fahrradtransport gehört dann zum Angebot.
Walmendingerhorn – hoch und anspruchsvoll
Die Bahn von Mittelberg führt zur höchstgelegenen Bergstation des Tals auf knapp 2.000 Metern. Zum Gebiet gehören rund 15 Pistenkilometer mit anspruchsvolleren Abfahrten. Oben steht zusätzlich die Geo-Aussichtsplattform, erreichbar über einen gläsernen Panoramaaufzug – womit sich der Berg auch für Nicht-Skifahrer lohnt.
Wichtig für die Planung: Die Walmendingerhornbahn ist wegen Bauarbeiten zeitweise außer Betrieb. Vor der Anfahrt lohnt der Blick auf die Karte.
Welches Gebiet für welchen Skitag?
- Erster Skitag oder kleine Kinder → Heuberg. Kurze Wege, einfache Hänge, wenig Trubel.
- Viel fahren, viel wechseln → Fellhorn/Kanzelwand. Das größte Gebiet mit der größten Auswahl.
- Sonne und Ruhe → Ifen. Breite Pisten, weniger Andrang als am Fellhorn.
- Anspruchsvolle Abfahrten und Aussicht → Walmendingerhorn, sofern die Bahn in Betrieb ist.
- Snowpark → Crystal Ground Snowpark im Gebiet Fellhorn/Kanzelwand.
Gut zu wissen
- Anreise nur über Oberstdorf. Es gibt keine andere Straße ins Tal – bei Wintersperren oder Stau gibt es keinen Ausweichweg.
- Vier Gebiete, ein Tal. Wer flexibel bleiben will, prüft vor der Ticketwahl, welche Gebiete im gewählten Skipass enthalten sind.
- Bergstationen unterschiedlich hoch. Bei unsicheren Schneeverhältnissen im Frühwinter ist das Walmendingerhorn mit knapp 2.000 Metern die höhere Karte.
- Betriebszeiten und Saison stehen auf den Karten der einzelnen Bahnen und unterscheiden sich zwischen den Gebieten.
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