Gipfel im Allgäu: 5 Berge von der Seilbahnfahrt bis zur Hochtour

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Nebelhorn, Rubihorn, Grünten, Iseler und Hochvogel: fünf Allgäuer Gipfel mit Höhe, Höhenmetern, Gehzeit und Anspruch – vom bequemen Bahngipfel bis zur alpinen Zweitagestour.

Das Allgäu hat hunderte Gipfel, aber nur eine Handvoll, die man wirklich gemacht haben sollte – und die decken zusammen die ganze Bandbreite ab: vom Panoramaberg, auf den die Seilbahn fährt, über den steilen Tagesgipfel bis zur hochalpinen Zweitagestour mit Hüttenübernachtung.

Fünf Berge, jeweils mit dem, was für die Planung zählt: Höhe, Höhenmeter, Gehzeit und was der Weg technisch verlangt.

Die fünf Gipfel im Vergleich

GipfelHöheHöhenmeterDauerAnspruchBahn
Nebelhorn2.224 mca. 1.600 zu Fuß5–6 Std. zu FußLeicht mit Bahn, konditionell zu Fußja
Rubihorn1.957 mca. 1.2005–6 Std.Trittsicherheit, Kletterei UIAA Inein
Grünten1.738 mca. 9003–4 Std.Leichte Bergwanderungnein
Iseler1.876 mca. 30 Min. ab BergstationHalber TagLeichtja
Hochvogel2.592 mZweitagestour2 TageAlpine Erfahrung, Schwindelfreiheitnein

Wer nur einen Tag hat und Panorama will, nimmt Nebelhorn oder Iseler. Wer sich das Gipfelgefühl verdienen will, geht aufs Rubihorn. Der Grünten ist der beste Kompromiss aus Aufwand und Aussicht – und die einzige Tour auf der Liste, die eine Klamm gleich mitnimmt.

1. Nebelhorn (2.224 m) – der Panoramaberg

Der höchste per Bergbahn erreichbare Punkt im Allgäu, und der Grund dafür steht oben: der 400-Gipfel-Blick. Bei klarer Sicht überblickt man von der Gipfelstation über 400 Berggipfel in vier Ländern – von der Zugspitze im Osten über die Lechtaler Alpen bis zum Säntis in der Schweiz. Kein anderer Aussichtspunkt in den Nördlichen Kalkalpen bietet ein vergleichbares Panorama.

Zu Fuß führt der Edmund-Probst-Weg ab Oberstdorf hinauf: rund 1.600 Höhenmeter, 5 bis 6 Stunden. Die sportliche Variante ist der Hindelanger Klettersteig, der den Nebelhorngrat mit dem Großen Daumen verbindet und zu den bekanntesten Klettersteigen der Alpen zählt. Für die meisten Besucher ist die Bahnfahrt trotzdem die klügere Wahl – oben gibt es genug Wandermöglichkeiten rund um den Gipfel, und man spart die Kraft für die Aussicht.

2. Rubihorn (1.957 m) – der Felszahn über Oberstdorf

Der markante Felszahn über Oberstdorf ist einer der beliebtesten Tagesgipfel der Region und zugleich einer der anspruchsvollsten. Der Aufstieg ab der Seealpe – erreichbar über das Oytal oder den Christlessee-Parkplatz – führt zunächst durch Bergwald, dann über steile Almwiesen und im oberen Teil über felsiges Gelände zum Gipfelkreuz. Die letzten Meter erfordern leichte Kletterei im ersten UIAA-Grad und Trittsicherheit.

Von oben schaut man direkt auf die beiden türkisfarbenen Gaisalpseen hinunter, dazu auf das gesamte Illertal mit Oberstdorf zu Füßen und die umliegenden Gipfel der Allgäuer Alpen. Auf- und Abstieg dauern etwa 5 bis 6 Stunden bei rund 1.200 Höhenmetern – eine konditionell fordernde Tour, die mit einem der schönsten Gipfelpanoramen der Region belohnt.

3. Grünten (1.738 m) – der Wächter des Allgäus

Der Grünten thront als markanter Einzelberg über dem Alpenvorland und trägt seinen Beinamen zu Recht. Genau diese isolierte Lage macht ihn zu einem der besten Aussichtsberge der Region: Der Rundblick geht über volle 360 Grad – nach Süden auf die Allgäuer Hochalpen, nach Norden bis zum Bodensee und weit ins Alpenvorland hinein. Kein anderer Gipfel auf dieser Liste zeigt beide Welten gleichzeitig so deutlich.

Der populärste Aufstieg führt über die Starzlachklamm und die Alpe Obere Schwande: rund 900 Höhenmeter, 3 bis 4 Stunden. Dieser Weg verbindet die wilde Schönheit der Klamm mit dem Gipfelerlebnis und ist damit die abwechslungsreichste Tagestour der fünf. Auf dem Gipfel steht das Grüntenhaus, eine der traditionsreichsten Berghütten im Allgäu, in der man einkehren kann.

4. Iseler (1.876 m) – der familienfreundliche

Der Iseler bei Bad Hindelang ist über die Hornbahn bequem erreichbar und bietet trotzdem ein echtes Bergerlebnis. Von der Bergstation führt ein leichter Gipfelweg von etwa 30 Minuten zum höchsten Punkt, von dem der Blick ins Hintersteiner Tal und auf die umliegenden Gipfel geht. Das ist die Tour für Familien mit Kindern oder für einen halben Tag, an dem der ganze Berg zu viel wäre.

Für die andere Richtung gibt es am selben Berg den Edelrid Klettersteig, der über den Felsgrat zum Gipfel führt – Schwierigkeit B/C, als geführte Tagestour rund 3,5 bis 5 Stunden, in kleinen Gruppen mit Leihausrüstung und Anmeldung. Treffpunkt ist die Talstation der Iseler-Bergbahn.

5. Hochvogel (2.592 m) – der herausfordernde

Der Hochvogel ist der markanteste und begehrteste Gipfel der Allgäuer Alpen – und der anspruchsvollste auf dieser Liste. Der Normalweg über das Prinz-Luitpold-Haus verlangt alpine Erfahrung, Trittsicherheit und absolute Schwindelfreiheit; üblicherweise wird die Tour als Zweitagestour mit Hüttenübernachtung gegangen. Die Belohnung ist ein Gipfelerlebnis in hochalpiner Umgebung mit einem Panorama, das seinesgleichen sucht.

Wichtiger Hinweis: Der Hochvogel ist von einem großen Felssturz bedroht. Vor jeder Begehung sollte man sich über die aktuelle Situation informieren und den markierten Routen folgen. Für unerfahrene Hochtourengeher ist ein Bergführer dringend zu empfehlen.

Gut zu wissen

  • Höhe sagt wenig über den Anspruch. Das Nebelhorn ist höher als das Rubihorn, aber mit der Bahn deutlich leichter zu haben. Entscheidend sind Höhenmeter und Gelände, nicht die Gipfelhöhe.
  • Trittsicherheit ist keine Formsache. Rubihorn und Hochvogel setzen sie voraus – im felsigen Gipfelbereich hilft gute Kondition allein nicht weiter.
  • Letzte Talfahrt einplanen. Wer mit der Bahn hoch und zu Fuß runter will, rechnet den Abstieg großzügig. Die Betriebszeiten stehen auf der Karte der jeweiligen Bahn.
  • Gipfelhütten sind saisonal. Grüntenhaus und Prinz-Luitpold-Haus haben feste Saisonzeiten – bei einer Zweitagestour gehört die Reservierung zur Planung.
  • Beim Hochvogel den Felssturz beachten. Die Lage ändert sich; aktuelle Informationen sind Teil der Tourenvorbereitung.

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Passend dazu: die schönsten Aussichtspunkte im Allgäu, die Klettersteige der Region, die Starzlachklamm als Auftakt zum Grünten und für die Einkehr danach unsere Berghütten-Tipps.

Häufig gestellte Fragen

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